Samstag, 20. Januar 2018

Funerale 7

Titelmotiv des Flyers zur Funerale 7
in Rostock [Sargladen A. Opiolka, Wertach]
In Rostock findet vom 22.–24. Februar 2018 zum siebten Mal die "Funerale" statt, eine Tagung der Theologischen Fakultät der Universität und der Verbraucherinitiative Aeternitas. Thema ist diesmal "Bestattung als Dienstleistung". Hier kann man den Flyer mit dem ausführlichen Programm herunterladen.

Die Vorträge befassen sich unter anderem mit dem "Wald als sepulkralkultureller Gestaltungsraum" und "Kirchenkolumbarien in Niedersachsen", sowie Berichten aus der Praxis z.B. von einem "Friedhofsfest" und dem "Friedhof am Meer" in Keitum.

Falls jemand Lust hat einen Tagungsbericht zu schreiben, werde ich ihn gern hier veröffentlichen!

Mittwoch, 10. Januar 2018

transmortale VIII: Neue Forschungen zum Thema Tod

Grabmal Albers, Ohlsdorfer Friedhof
(Foto Leisner 1987)
Es ist wieder soweit, wie in jedem Frühjahr seit 2010 wird wieder zum Workshop der transmortale in Kassel eingeladen, der dieses Jahr vom Arbeitskreis transmortale VIII der Universität Hamburg und dem Museum für Sepulkralkultur veranstaltet wird. Er findet dieses Jahr am 10. März 2018 von 10.00 bis 17.30 Uhr im Museum für Sepulkralkultur in Kassel statt.

Es geht dabei wie immer darum, fächerübergreifend Forschungen ebenso zu Gräbern und Begräbnisplätzen wie zum Wandel der Trauer- und Bestattungskultur Raum zu geben und die vielseitigen und vielschichtigen Forschungsansätze zum Thema Sterben, Tod und Trauer zu verknüpfen. Die Veranstaltungen transmortale II bis VII haben in einem erweiterten Rahmen als Tagung und Workshop im Museum für Sepulkralkultur in Kassel stattgefunden. 2017 gab es mit der Transmortality International eine internationale Konferenz in Luxembourg, organisiert durch das Research Project: Material Culture and Spaces of Remembrance. Die Programme aus den einzelnen Jahren können hier unter dem Stichwort "transmortale" aufgefunden werden, Tagungsberichte und Programme finden sich auch auf der Homepage des Museums für Sepulkralkultur. Eine Auswahl von Beiträgen wurde veröffentlicht in: Moritz Buchner und Anna-Maria Götz (Hrsg.): transmortale. Sterben, Tod und Trauer in der neueren Forschung (Kasseler Studien zur Sepulkralkultur Band 22), Köln: Böhlau, 2016.

Programm Samstag, 10. März 2018
10.00 – 12.15     Block I
Begrüßung und Einführung
Nina Kreibig (Berlin): Vom Ende geordneter Verhältnisse? Zur Interpretation der historischen Berliner Leichenhäuser im Diskurs um Ordnung an der Schwelle zur Moderne

Moritz Buchner und Anna-Maria Götz: Kurze Vorstellung der Publikation: Moritz Buchner [Hrsg./Autor), Anna-Maria Götz (Hrsg./Autorin), transmortale. Sterben, Tod und Trauer in der neueren Forschung, Köln: Böhlau, 2016

Kaffeepause
Jonas Milde (Berlin): Alles nur „Teufels Jahrmarkt“? Ein Plädoyer für
die Abendmahlsfeier in der evangelischen Bestattungspraxis

Daniel Ribeiro (Paderborn): Auseinandersetzung mit dem Sterben im persönlichen Umfeld anhand von Indie-Games (am Beispiel von That Dragon, Cancer)

12.15 – 13.30     Mittagspause

13.30 – 15.00     Block II
Susanne Lohmann (Hamburg): Technik(en) der Palliative Care. Die Bedeutung assistiver Systeme für das Leitbild vom guten Sterben

Marlene Lippok (Augsburg): „Achtsame Totenfürsorge“ – ethnografische Betrachtungen sogenannter
alternativer BestatterInnen und der Hospizbewegung

Florian Greiner (Augsburg): Säkulares Sterben? Die Kirchen und das Lebensende nach 1945

15.00 – 15.30     Kaffeepause

15.30 – 17.30     Block III
Andrea Knittel (Freiburg):  Das tote Ich in der Kunst – Selbstdarstellungen von Künstlern als Tote

Isabelle Künzer (Gießen): „Ich habe einen keïschen Becher geleert …“ – Der altruistische Alterssuizid im antiken Griechenland

Abschlussdiskussion

Veranstalter:
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Kassel: Dr. Dirk Pörschmann, Dipl.-Ing. Dagmar Kuhle

Universität Hamburg - Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie: Prof. Dr. Norbert Fischer

Kooperationspartner in Berlin: Dr. Moritz Buchner, Stephan Hadraschek M. A., Jan S. Möllers M. A.

Kooperationspartnerin in Bonn: Dr. Anna-Maria Götz

Anmeldeschluss: 5. März 2018
Teilnahme-Beitrag inkl. Mittagsimbiss: 45,– Euro / 20,– Euro erm. (Studenten)

Anmeldung über:  Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur Weinbergstraße 25–27, 34117 Kassel,  info@sepulkralmuseum.de www.sepulkralmuseum.de
Ines Niedermeyer  Tel.: 0561 91893-40
Rücktrittsbedingungen: Bei Verhinderung nach der Anmeldung bitten wir um Nachricht bis 7 Tage vor Tagungsbeginn. Andernfalls müssen wir Ihnen den vollen Kostenbeitrag in Rechnung stellen. Sie haben jederzeit die kostenfreie Möglichkeit, eine/n Ersatzteilnehmer/ Ersatzteilnehmerin  zu benennen.

Freitag, 5. Januar 2018

Die Ohlsdorfer Krematorien - Hamburger Bauheft 22

Bauheft 22, Cover
Die verdienstvolle Reihe der "hamburger bauhefte" des Schaff-Verlages, die sich schon im Band 17 mit dem Ohlsdorfer Friedhof befasst hat, ist inzwischen auf 22 Bände angewachsen. Der 22. Band, der Ende 2017 veröffentlicht wurde, ist den beiden Krematoriumsbauten in Ohlsdorf gewidmet. Wobei angemerkt werden muss, dass das Alte Krematorium an der Alsterdorfer Straße im letzten Jahr sein 125jähriges Jubiläum feiern konnte.

Wie schon Band 17 ist auch dieser neue und mit 56 Seiten deutlich umfangreichere Band, den wieder der Kunsthistoriker und Inhaber des Schaff-Verlages Dr. Jörg Schilling verantwortet, sorgfältig recherchiert und mit Anmerkungen und Literaturhinweisen versehen. Der einführende Text zur Feuerbestattungs-Bewegung und speziell zu der damals neuen Bauaufgabe eines Gebäudes, das einen Raum für Abschiedsfeiern und die technischen Einbauten für die Leichenverbrennung unter einem Dach vereinigen sollte, bietet ebenso
sowie der erste Hauptteil zum Alten Krematorium eine sorgfältige Zusammenfassung bisheriger Forschungsergebnisse.

Vielleicht gehört es nicht ganz hierher, aber ich möchte doch in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass wir im Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof  1992 zum 100jährigen Jubiläum eine Ausstellung zur Geschichte des Alten Krematoriums erarbeitet hatten. Sie fand in dem damals noch desolaten Gebäude statt, dessen heruntergekommenen Zustand zwei im bauheft abgedruckte Bilder des Denkmalschutzamtes drastisch vor Augen führen. Dazu gaben wir sozusagen als Ausstellungskatalog den Band 4 unserer Schriftenreihe mit dem Titel "Tod und Technik - 100 Jahre Feuerbestattung in Hamburg" heraus, der inzwischen lange vergriffen ist.

Im Band 22 der hamburger bauhefte wird die Geschichte des Gebäude durch Informationen zur Rezeption und zur Restaurierung und neuen Nutzung des Gebäudes ergänzt. (Den Text zur Geschichte nach 1992 durften wir dankenswerter Weise in dem Heft Nr. IV/2017 unserer Ohlsdorf-Zeitschrift vorabdrucken, das dem Jubiläum des Alten Krematoriums gewidmet ist.)

S, 32-33 mit dem Modell des unverwirklichten
und dem Grundriss des verwirklichten Projekts
Ausführlich wird dann die Geschichte des Neuen Krematoriums, das der Hamburger Baudirektor Fritz Schuhmacher entworfen hat, dargestellt. Für diese Bauaufgabe plante Schumacher anfangs eine zentrale Lage in der Stadt. Doch wurde das zweite Hamburger Krematorium schließlich - in deutlich kleinerem Umfang - auf dem Ohlsdorfer Friedhof errichtet. Schilling schildert als erstes die Standortsuche und erläutert dabei zwei frühe Entwürfe, die auch als Modelle im Bild vorgestellt werden. Danach stellt er das umfangreiche und unverwirklichte Projekt Schumachers für den Ohlsdorfer Friedhof vor und beschreibt anschließend die Umstände und die Ausgestaltung des schließlich errichteten Bauwerks.

Samstag, 30. Dezember 2017

Zehn Jahre "Friedhofsfreunde"!

Jetzt hätte ich das zehnjährige Jubiläum dieses Blogs fast verpasst! Mir ist jetzt erst aufgefallen, dass ich am Donnerstag, 8. November 2007 meinen ersten Post hier geschrieben und darin darauf hingewiesen habe, dass der Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. auf den Thementagen "Abschied und Trauer" in Elmshorn vertreten war.

In den letzten 10 Jahren sind 377 weitere veröffentlichte Post und ein paar Beiträge, die immer noch auf ihre endgültige Bearbeitung warten, dazu gekommen. Dabei habe ich mich bemüht, so weit wie möglich beim Thema zu bleiben, also hier wirklich fast nur über historische Friedhöfe, ihre Freundeskreise und deren Aktivitäten, sowie über Bücher zu berichten, die mit der Sepulkralkultur zu tun haben. Die Stichworte, die dabei zusammengekommen sind, machen trotz dieser Beschränkung klar, wie breit gefächert dieser Themenkreis ist.

Eine Wortwolke aus den Stichworten dieses Blogs
Immer wieder einmal kamen Mails von Firmen oder Privatpersonen, die sich gern einklinken und meinen Blog als Werbeträger nutzen wollten. Aber irgendwie hat mir das nicht gefallen. Auch Google Adwords habe ich einmal ausprobiert und es dann doch lieber wieder gelassen.

Anfangs dachte ich, hier könnten noch andere Autoren schreiben, die an dem Thema Interesse haben. Aber dann habe ich gemerkt, dass ich doch lieber eigenständig bleiben und den Blog allein betreiben will.

Natürlich freue ich mich über positives Feedback! Aber die Kommentarfunktion wird eigentlich eher selten genutzt. Manchmal wenden sich Leser direkt per Mail an mich, was schon zu manchem interessanten Austausch geführt hat. Als ich gerade auf die Besucherzahlen einzelner Post geschaut habe, hat es mich beeindruckt, dass der Post über das Buch des BHU "Historische Friedhöfe in Deutschland" vom 8.1.2008 insgesamt 2329 mal aufgerufen worden ist. Das ist allerdings auch die höchste Zahl an Aufrufen. Einige weitere Posts kommen auf über tausend, die meisten anderen dümpeln zwischen 50 bis 200 Klicks herum.

Statistiken der Leser dieses Blogs in einer Woche
Warum welcher Post von wem aufgerufen wird, ist mir ein Rätsel. Auch warum in der Statistik manchmal über hundert Aufrufe aus Amerika verzeichnet werden, wundert mich. Insgesamt hat dieser Blog natürlich die meisten Leser in Deutschland. Aber Google teilt mir auch mit, dass meine Leser in der vorletzten Woches dieses Jahres außerdem aus Kanada, Rumänien, der Ukraine, den Niederlanden, Spanien, Frankreich, Irland und Österreich kamen. Nun ja ... normalerweise weiß man als Autor nicht viel über seine Leser.

Auf jeden Fall aber wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern ein gutes Neues Jahr! 

Ich freue mich über jeden Besuch auf meinen Blog !




Freitag, 22. Dezember 2017

Nordhorn - ein historischer Friedhof wird zum Blumenpark

Flyer des Förderverein Alter Friedhof Gildkamp e.V. 
Der Alte Friedhof Gildkamp in Nordhorn ist nicht sehr groß und lag lange im sogenannten Dornröschenschlaf. Er war als Beerdigungsort aufgelassen worden und so gab es niemanden mehr, der sich um seine Pflege kümmerte. Die in sich geschlossene Fläche war langsam dem Verfall preisgegeben. Historische Grabstätten wurden über die Jahrzehnte von Büschen, Bäumen und anderen Gewächsen überwuchert. 

Im Jahr 2015 gründete sich auf Initiative der ev.-ref. Kirchengemeinde ein Förderverein, der gemeinsam mit der Stadt und der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim das Ziel verfolgte, aus dem Friedhof eine grüne Lunge im Herzen der Stadt zu machen und dabei die Friedhofskultur einzubeziehen, soweit noch Grabstätten vorhanden waren. Vorrangig wurden alte Wege renoviert und einige der Grabstätten aus dem 19. Jahrhundert, die unter Denkmalschutz stehen, neu befestigt und sichtbar gemacht. Schon ein Jahr später konnte am 11.09.2016 der neugestaltete Friedhofspark feierlich eröffnet werden. Das Engagement unterschiedlicher Institutionen, Spenden und ehrenamtliche Tätigkeit hatten ihn wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht. 

Aber dabei bleibt der junge Förderverein nicht stehen. Im Oktober diesen Jahres hat er zum Beispiel zusammen mit der Naturschutzstiftung zu einer Pflanzaktion im Rahmen der „Naturschutzwoche für Kinder“ aufgerufen. Insgesamt konnten Erwachsene und Kinder mithelfen auf den Friedhof insgesamt 2.016 Blumenzwiebeln in den Boden zu bringen. Im Frühjahr sollen die Krokusse, Narzissen und Tulpen aufblühen und den Hummeln und Bienen den ersten Pollen und Nektar des Jahres spenden. Diese Aktion wird den neuen Friedhofspark sicher nicht nur für die Insekten in eine blühende Frühlingswiese verwandeln.  

Montag, 11. Dezember 2017

Der Ostfriedhof in Aachen

Manchmal bekomme ich ja mit, wenn sich ein neuer Förderkreis für einen historischen Friedhof gründet. Doch dass der Förderkreis Ostfriedhof e.V. in Aachen seit 2004 besteht, hatte ich bis vor Kurzem nicht gewusst.

Cover des Buches über den Ostfriedhof in Aachen
Jetzt aber hat dieser Verein den ersten Band seiner neuen Schriftenreihe herausgegeben, die sowohl dem Ostfriedhof wie den anderen historischen Friedhöfen in Aachen gewidmet ist. Und auf dieses Buch mit dem Titel "Der Ostfriedhof in Aachen.Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart" bin ich im Internet aufmerksam geworden. Der mit 169 Seiten umfangreiche Band versammelt Beiträge von mehreren Autoren. Eingeleitet wird das Buch mit einem kurzen historischen Abriss der Friedhofsentwicklung; geschrieben von dem Bereichsleiter des städtischen Friedhofswesens, Wolfgang Berg, der auch für die Redaktion des Buchers verantwortlich zeichnet. Interessant ist daran, dass der Aachener Ostfriedhof, der 2003 sein 200 jähriges Jubiläum feierte, eigentlich schon 1989 geschlossen und zwanzig Jahre später entwidmet werden sollte. Doch kurz vor seiner Schließung kam öffentlicher Widerstand auf. Daraufhin gab die Stadt schließlich ihre Absicht auf, ließ aber für die Zukunft nur noch die Beisetzung von Urnen zu. Der Friedhof wurde außerdem unter Denkmalschutz gestellt. Trotzdem geriet er immer mehr in Vergessenheit, so dass gegenwärtig nur noch 20 Beisetzungen pro Jahr stattfinden. Seit 2004 sorgt nun der Verein dafür, dass der Friedhof wieder wahrgenommen wird.

In dem zweiten Beitrag von dem Bauhistoriker und ersten Vorsitzenden des Förderkreises Holger A. Dux werden mit zahlreichen Bildausschnitten die Symbole vorgestellt, die auf allen historischen Friedhöfen zu finden sind. Denkmalschützer Lutz-Henning Meyer berichtet anschließend über "Die hindernisreiche Unteschutzstellung - Nachträgliche Erkenntnisse mit Aha-Effekt". Die wechselvolle Geschichte der Unterschutzstellung führt ihn dabei zu sehr modernen Fragen, wie z.B. "Auf  welche Weise bewahrt man Andenken?" oder "Welche Probleme für die Umwelt werfen die Verfallsprozesse auf?". Der Restaurator Christoph Schaab geht in seinem Bericht über die "Savonnières & Co. - Weiße französische Kalksteine als Material für Grabmäler auf dem Aachener Ostfriedhof" auf spezielle Materialfragen ein. Dieser Stein aus dem Nordosten Frankreichs ist auf dem Ostfriedhof seit dem 19. Jahrhundert in ungewöhnlicher Häufung anzutreffen, wobei der Autor zugleich auf seine allgemeine Beliebtheit in Deutschland eingeht, die mit dem Beginn des 1. Weltkrieges abrupt stoppte.

Doppelseite mit Aufnahme einer Galvanoplastik und den Schadensbildern
Den Hauptteil des Buches nimmt die Bestandsaufnahme der Galvanoplastiken durch den Restaurator Norbert Weber ein. Sie führt mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Detailaufnahmen die insgesamt zwölf erhaltenen großen Galvanoplastiken und ihre Schäden vor. Vorangestellt ist eine ausführliche Beschreibung der Galvanotechnik, die zusammen mit einem Abriss der Geschichte der Galvanoherstellung in der Württembergischen Metallwarenfabrik Geislingen/Steige (WMF) mit historischen Fotos illustriert ist.

Abschließend stellt Wolfgang Berg die Möglichkeiten vor, die der Ostfriedhof als Bestattungsplatz, aber auch als historisches Gedächtnis der Stadt und als Erholungsfläche den Bürgern bietet, wobei er ausführlich auf die Möglichkeit der Grabmalpatenschaft eingeht. Der letzten Beitrag von Mitarbeitern des Instituts für Umweltforschung an der RWTH Aachen zeigt die Bedeutung von Parks und Friedhöfen für das Überleben jener Insekten auf, die Blüten bestäuben und damit auch für die Menschen lebenswichtig sind.

Insgesamt ist dieses Buch ein gelungener Einstieg in eine Schriftenreihe, die hoffentlich noch viele weitere Bände umfassen und über die historische Friedhofskultur informieren wird.

Der Ostfriedhof in Aachen. Wissenswertes aus Vergangenheit und Gegenwart. Bd. 1 Veröffentlichungen des Förderkreis Ostfriedhof e.V. zugleich Bd. 1 Historische Friedhöfe in Aachen. Hrsg. Förderkreis Ostfriedhof e.V., Aachen 2017, S. 169, zahlreiche farbige Abb.

Montag, 20. November 2017

Eine neue App für den Ohlsdorfer Friedhof

Ohlsdorf App auf dem iPhone
(Foto J. Holz 2017)
Im letzten Post habe ich schon auf die neue App hingewiesen, mit der sich der Ohlsdorfer Friedhof per Smartphone erkunden lässt. Sie ist zwar noch ausbaufähig, aber schon jetzt enthält sie über 700 Orte, darunter 580 Gräber von Prominenten, sowie Kapellen, Friedhofsgärtnereien und Grabanlagen, aber auch Hinweise auf alle Bushaltestellen, Toiletten, Notrufsäulen, Parkplätze und Eingänge, sowie die Öffnungszeiten. Per GPS wird der eigene Standort gezeigt, sowie - je nach Einstellung - z.B. die Gräber prominenter Persönlichkeiten und die jeweilige Entfernung zu einem bestimmten Ort. Mit der Suchfunktion lassen sich sogar die Friedhofskoordinaten anzeigen. Praktisch ist zum einen, dass das Kartenmaterial online und offline benutzt werden kann, zum anderen die leichte Handhabung.

Ich habe die App gerade auf dem Friedhof getestet und mich per GPS-Signal ein wenig führen lassen. Das funktionierte anfangs perfekt, dann allerdings verfing sich das Signal und wurde nicht mehr angezeigt, "wg. Zeitüberschreitung". Wenn man sich auf dem Friedhof nicht auskennt, kann man dann immer noch nach dem Wegeplan alles finden, was man sucht. Der blaue Punkt, wo man selbst ist, fehlt dann eben nur. Trotz dieses Problems ist die App bestimmt hilfreich, wenn man sich auf dem großen Ohlsdorfer Friedhof zurechtfinden will. Mich hat nur das kleine helle Feld rechts unten ein wenig gestört. Es zeigt an, wo sich der vergrößerbare Kartenausschnitt auf dem Friedhofsplan befindet. Aber dadurch wird der vergrößerbare Ausschnitt sehr eingeschränkt. Ruft man dann noch die Info zu einem Grab auf, dann sieht man den Plan fast gar nicht mehr. Das hat mich irritiert.

Die App ist in Deutsch und Englisch erhältlich und läuft auf Smartphones und Tablets (iOS ab 8.0 und Android ab 4.1).  Hier gibt es Informationen und weitere Bilder zur App, die für 1,09 Euro zu haben ist.