Donnerstag, 12. April 2018

Neuer Band des Lexikons der Bestattungs- und Friedhofskultur in Arbeit - Begriffe aus Literatur, Musik, Fotografie und Film

Vom Lexikon der Bestattungskultur sind in Kassel inzwischen die Bände 1-3 und der Band 5 erschienen. Schon an dem zuletzt erschienenen Band 5 haben Mitglieder des damaligen Beirates für Grundlagenforschung der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal in Kassel mitgearbeitet. Er ist den Persönlichkeiten der Sepulkralkultur - also Personen, die einen wichtigen Beitrag zum Thema Sterben, Tod, Bestattung und Erinnerung geleistet haben - gewidmet. Auch ich habe dazu verschiedene Beiträge geschrieben und verantworte auch die Schlussredaktion.

Inzwischen ist der noch fehlenden Band 4 vom Beirat anvisiert worden. Ursprünglich sollte er das Thema der Bestattungs- und Friedhofskultur im Bereich der Medien beinhalten. Doch wurde bald klar, dass diese Aufgabe zur Zeit noch zu hoch gesteckt ist, da die Grundlagenforschung in vielen Bereichen fehlt. Deswegen wird sich dieser Band auf 100 (oder mehr) Begriffe aus Literatur, Musik, Fotografie und Film beschränken, die mit Tod und Sterben zusammenhängen. Die Arbeitsgruppe für diesen Band, der auch ich angehöre, hat sich inzwischen auf eine Liste von Stichworten geeinigt, die zwar noch nicht endgültig, aber doch schon umfangreich ist. Es liegt auch schon eine ganze Reihe von Artikeln vor. Doch sind noch längst nicht alle geschrieben.

Falls jemand von meinen Lesern Interesse hat, das eine oder andere Stichwort zu bearbeiten, möge er oder sie sich bitte direkt bei mir melden (barbara.leisner(at)gmail.com). Ich stelle dann die Stichwortliste zur Verfügung. Es fehlen zum Beispiel noch Texte zu den Stichworten: Bestatter (Thema in Literatur/im Film) und Bestattung allgemein; Blut; Bühnentod; Giftmord; Heldentod; Henker; Kriegsfilm; Opfertod und andere.

Mittwoch, 11. April 2018

Ein neuer Verein für den jüdischen Friedhof in Münster


Grabmäler auf dem Jüdischen Friedhof in Münster
(Foto: Von Suedwester93 15:13, 6. Mai 2008 (CEST) -
Selbst fotografiert, Gemeinfrei,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=50526964
Ende letzten Jahres hat sich in Münster ein neuer „Verein zur Förderung des Jüdischen Friedhofs an der Einsteinstraße Münster“ gegründet. Ein wichtiges Ziel des Vereins ist die Fortführung und Pflege der Website des Friedhofs mit ihrer wissenschaftlichen Dokumentation. Diese Dokumentation wurde seit 2012 in einem Projekt am Seminar für Exegese des Alten Testaments der Katholisch-Theologischen Fakultät erarbeitet und mit einem Festakt im März 2015 im Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Münster freigeschaltet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Marie-Theres Wacker haben der Theologe Ludger Hiepel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar, und andere über 400 Grabsteine des Friedhofes, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen, für diese virtuelle Präsentation bearbeitet. Die Gräber können über einen interaktiven Plan oder über Personennamen angewählt werden. Die Seiten für die einzelnen Personenseiten zeigen Fotos der Grabsteine und ihre Inschriften mit Übersetzung aus dem Hebräischen, sowie weitere Informationen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehören sowohl der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Münster, wie weitere Gemeindemitglieder und die Universitätsangehörigen, die das Erfassungsprojekt initiiert haben. Inzwischen hat die Regierungspräsidentin die Schirmherrschaft für den Verein übernommen und unterstreicht damit das öffentliche Interesse an diesem besonderen Kulturdenkmal in Münster.

Als Ziele des Vereins werden u.a. die umfassende Aufarbeitung der Friedhofsgeschichte und eine kunsthistorische Erschließung der Grabsteine genannt, sowie die Auswertung der in den Inschriften greifbaren Informationen zur sozialen Zusammensetzung der Gemeinde.

Donnerstag, 22. März 2018

DenkMal Friedhof Ohlsdorf

Cover von "DenkMal Friedhof Ohlsdorf
Dieses neue Buch. das von der Willi-Bredel-Gesellschaft - Geschichtswerkstatt e.V herausgegeben worden ist, versammelt "33 Stätten der Erinnerung und Mahnung" auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wie es im Untertitel heißt. Damit schließt es sich an den Führer derselben Gesellschaft an, der 1992 von Herbert Diercks herausgebracht wurde. Damals waren erstmals explizit die Grabstätten von Opfern der Naziherrschaft und des Widerstandes Thema eines Ohlsdorf-Buches. 

Das neue Buch ist umfassender angelegt. Es zeigt die Hamburger Geschichte anhand der Erinnerungsmale und Grabanlagen auf, in denen die Opfer von Krieg und Revolution, Diktatur und Widerstand, aber auch von Epidemien und Naturkatastrophen bestattet sind, beziehungsweise an denen ihrer gedacht wird. Diese besonderen Orte spiegeln wie in einem Kaleidoskop wichtige historische Ereignisse und sind zum Teil die einzigen Punkte innerhalb der Stadt, an denen die Erinnerung sozusagen noch mit den Händen zu greifen ist.

Zeitlich reicht die "Ohlsdorfer Erinnerungsskala" von der Hamburger Franzosenzeit am Beginn des 19. Jahrhunderts mit ihren Befreiungskämpfen bis zur Flutopferkatastrophe von 1962. Wie wichtig es ist, dass sachlich über diese geschichtlich bedeutenden Anlagen informiert wird, zeigen immer wieder die Versuche von unterschiedlichen Seiten diese Orte für die jeweils eigenen Ziele zu vereinnahmen und die Geschichte einseitig zu interpretieren.

Insgesamt haben sechszehn verschiedene Autoren an diesem Buch gearbeitet. Als Historiker, Psychologen und/oder interessierte Laien stellt jede und jeder eine oder mehrere Grabanlagen oder Gedenkstätten vor. (Auch ich habe drei Kapitel verfasst.) Das vollständige Inhaltsverzeichnis ist auf der Verlagswebsite einzusehen. Alle Autoren haben akribisch genau geforscht und belegen ihre Aussagen mit Zitat- und Literaturangaben. So machen viele bisher unbekannte Informationen über die Bestatteten und die Zeitumstände dieses Buch zu einer wichtigen Geschichtsquelle und einer bedeutenden Ergänzung der bisher vorliegenden Werke über den Ohlsdorfer Friedhof. Dabei sind auch frühere und heutige Auseinandersetzungen um Gedenkrituale in die Texte eingeflossen und zeigen die Bedeutung dieser Orte für den politischen Diskurs und für eine Erinnerungskultur, die nicht in dumpfe Heldenverehrung abgleitet. Zahlreiche bisher gar nicht oder nur selten veröffentlichte Fotos veranschaulichen dabei die Texte. Insgesamt ist dem Herausgeber Hans Matthaei zu danken, dass er die mühsame Arbeit auf sich genommen hat, die unterschiedlichen Autoren mit ihrem speziellen Fachwissen an dieser Stelle zusammenzubringen. Damit hat er dieses Buch erst möglich gemacht. 


DenkMal Friedhof Ohlsdorf, 33 Stätten der Erinnerung und Mahnung. Herausgegeben von der Willi-Bredel-Gesellschaft – Geschichtswerkstatt e.V., VSA Verlag, Hamburg 2018, 160 S., zahlreiche schw-w. Abb.,  12.80 Euro

Montag, 12. März 2018

100 Jahre Hauptfriedhof & Krematorium Plauen 1918-2018

Broschüre zum 100jährigen
Bestehen des Hauptfriedhofs in Plauen
Der Hauptfriedhof in Plauen feiert dieses Jahr sein hundertjähriges Bestehen. Dazu ist eine umfangreiche Broschüre erschienen und zugleich gibt es ein ganzjähriges Programm aus Festveranstaltungen und Führungen.

Die großformatige Broschüre widmet sich in einer bunten Reihe von kurzen Aufsätzen der Geschichte und den Grabdenkmälern des Hauptfriedhofes und beginnt dabei mit der allgemeinem Friedhofsge-schichte des Ortes, an der man sehr schön die Auslagerung der Bestattungen im 19. und 20. Jahrhundert verfolgen kann.
Breiten Raum nimmt der Bau des Krematoriums und damit der zentralen Feierhalle des Friedhofs ein. Der Bauplatz für dieses imposante Gebäude mit seiner wuchtigen Doppelturmfassade liegt so auf der Anhöhe inmitten des Geländes, dass die Trauergäste beim Verlassen der Haupthalle von einem großartigen Blick in die Ferne erwartet werden.

Der damalige Stadtbaudirektor Goette, der die parkartige Anlage entworfen hat, kommt mit einem Aufsatz aus dem Jahr 1927 selbst zu Worte. Gewürdigt wird daneben auch der Apotheker und Stadtverordnete Rudolph Bauer, der seine gärtnerischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse in die Friedhofsanlage einbrachte. Ein Rundgang zu einigen wichtigen Grabmalen schließt diesen Abschnitt ab. Im letzten Teil der Broschüre werden schließlich Aspekte von Bestattung und Trauer angesprochen: Es geht um den Wandel der Bestattungskultur, um Trauerarbeit, die Gestaltung von Urnen und die kirchliche Abschiedsfeier.

Insgesamt ist die informative Jubiläumsschrift reich mit eindrucksvollen Bildern vom Friedhof und vom Krematorium aufgelockert und professionell mit einem ansprechenden Layout durchgestaltet. Sie in Plauen in der Tourist-Information, im Stadtarchiv, im Vogtlandmuseum sowie in der Friedhofsverwaltung erhältlich und kostet 5 Euro.
  

Dienstag, 20. Februar 2018

Tierfriedhöfe

Die neue Ausgabe von "Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur" ist gerade mit dem Schwerpunktthema "Tierfriedhöfe" erschienen. Ulrike Neurath, Kustodin im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, die im letzten Jahr über dieses Thema promoviert hat, beschreibt darin in zwei Beiträgen die Geschichte und Gegenwart der Tierbestattungen.

Ein weiterer Beitrag führt auf den Tierfriedhof am Wiener Zentralfriedhof. Und es gibt unter anderem auch eine Geschichte vom Ohlsdorfer Friedhof zu lesen, die mit einer toten Katze und dem Diebstahl einer Tasche zu tun hat ...

Die gedruckte Zeitschrift kann beim Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. bestellt werden (Das Jahresabo kostet 15,00 Euro, aber es können auch Einzelhefte gekauft werden).

(Übrigens findet man dieses Thema auch hier und hier in diesem Blog.)

Freitag, 16. Februar 2018

Alles klar? Glas und Tod

Ausstellungseinladung
Heute kam die nebenstehende Einladung zur neuen Sonderausstellung im Museum für Sepulkralkultur in Kassel, in der "transparente Dinge und transzendente Vorstellungen" an Werken aus Glas aus der eigenen Sammlung präsentiert werden.

Gleichzeitig wird bei der Ausstellungseröffnung am 22.Februar um 19:00 Uhr auch der neue Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. und Direktor des Zentralinstituts und Museums für Sepulkralkultur, Dr. Dirk Pörschmann, offiziell vorgestellt, der seit dem 1. Januar im Amt ist.

Ich werde zwar nicht dabei sein, wünsche aber dem neuen Direktor alles Gute und bin gespannt auf die neuen Impulse, die er den Kasseler Einrichtungen geben wird.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Berliner Friedhöfe - Spaziergänge zu den wichtigsten Ruhestätten

Cover "Berliner Friedhöfe"
In der Reihe "Berlin Kompakt" des Jaron Verlages ist der Friedhofsführer von dem Historiker und Geograf Ingolf Werknicke, Geschäftsführer des Landesverbandes Berlin im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., neu aufgelegt worden. Darin stellt er fünfzehn ausgesuchte Friedhöfe der Hauptstadt vor. Das Buch kam schon 2010 unter dem Titel "Berliner Friedhofsspaziergänge" auf den den Markt und wurde jetzt aktualisiert und der Aufmachung der Buchreihe angepasst.

Zu den einzelnen Beschreibungen gehörten dabei jeweils ein historischer Abriss, ein Hinweis auf die voraussichtliche Dauer eines Rundgangs, ein Plan mit Einzeichnung der Lage der erwähnten Grabstätten und die Beschreibung der Grabstätten, Grabmale und Persönlichkeiten, die auf dem Rundgang besucht werden. Die Texte sind reich illustriert, so dass man schon beim Lesen dieses Führers einen guten Überblick bekommt. Interessant ist dabei, dass nicht nur so berühmte historische Orte wie der Dorotheenstädtisch-Friedrichswerdersche Friedhof, der Alte Garnisonsfriedhof, der Invalidenfriedhof oder die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor mit ihrer reichen Geschichte aufgenommen worden sind. Auch das Sowjetische Ehrenmal Treptow wird zum Beispiel genau beschrieben ebenso wie der relativ unbekannte Russisch-Orthodoxe Friedhof der Hl. Konstantin und Helena Kirche. Dorthin wurden übrigens, wie der Autor vermerkt, vier Eisenbahnwaggons mit Erde aus Russland gebracht, damit die Toten in ihrer Heimaterde ruhen.

Von diesem Führer kenntnisreich angeleitet können auch Menschen, die die Berliner Friedhöfe zu kennen glauben, neue Entdeckungen machen.

Ingolf Wernicke, Berliner Friedhöfe. Spaziergänge zu den wichtigsten Ruhestätten, Jaron Veralg, 144 Seiten, 125 farbige Fotos,15 Lageskizzen, 1 Übersichtskarte, 1 Liniennetzplan € 10,00

Sonntag, 28. Januar 2018

Tod & Ritual - Kulturen von Abschied und Erinnerung

Katalog der Ausstellung 
Unter diesem Titel ist bis zum 21. Mai 2018 eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz zu sehen, zu der ein umfangreicher Katalog erschienen ist. Wahrscheinlich werde ich die Ausstellung nicht besuchen können, doch der opulente, grafisch ansprechend gestaltete Katalog entschädigt ein wenig dafür.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die im 19. Jahrhundert in Niederkaina bei Bautzen in der Oberlausitz entdeckte frühgeschichtliche Gräberstätte mit mehr als 1800 Gräbern. Unter ihnen sind die Grabstätten aus der Zeit um 1200 bis 500 v Chr. besonders aufschlussreich, weil sich an ihnen sich ein aufwendiges Bestattungsritual ablesen lässt. Mit der Ausstellung wird damit erstmals ein wichtiger Aspekt der Landesarchäologie Sachsens herausgestellt, zugleich aber wird der Bezug zum gegenwärtigen Umgang mit dem Tod und mit den Ritualen, die notwendig sind um Abschied zu nehmen, hergestellt.

Samstag, 20. Januar 2018

Funerale 7

Titelmotiv des Flyers zur Funerale 7
in Rostock [Sargladen A. Opiolka, Wertach]
In Rostock findet vom 22.–24. Februar 2018 zum siebten Mal die "Funerale" statt, eine Tagung der Theologischen Fakultät der Universität und der Verbraucherinitiative Aeternitas. Thema ist diesmal "Bestattung als Dienstleistung". Hier kann man den Flyer mit dem ausführlichen Programm herunterladen.

Die Vorträge befassen sich unter anderem mit dem "Wald als sepulkralkultureller Gestaltungsraum" und "Kirchenkolumbarien in Niedersachsen", sowie Berichten aus der Praxis z.B. von einem "Friedhofsfest" und dem "Friedhof am Meer" in Keitum.

Falls jemand Lust hat einen Tagungsbericht zu schreiben, werde ich ihn gern hier veröffentlichen!

Mittwoch, 10. Januar 2018

transmortale VIII: Neue Forschungen zum Thema Tod

Grabmal Albers, Ohlsdorfer Friedhof
(Foto Leisner 1987)
Es ist wieder soweit, wie in jedem Frühjahr seit 2010 wird wieder zum Workshop der transmortale in Kassel eingeladen, der dieses Jahr vom Arbeitskreis transmortale VIII der Universität Hamburg und dem Museum für Sepulkralkultur veranstaltet wird. Er findet dieses Jahr am 10. März 2018 von 10.00 bis 17.30 Uhr im Museum für Sepulkralkultur in Kassel statt.

Es geht dabei wie immer darum, fächerübergreifend Forschungen ebenso zu Gräbern und Begräbnisplätzen wie zum Wandel der Trauer- und Bestattungskultur Raum zu geben und die vielseitigen und vielschichtigen Forschungsansätze zum Thema Sterben, Tod und Trauer zu verknüpfen. Die Veranstaltungen transmortale II bis VII haben in einem erweiterten Rahmen als Tagung und Workshop im Museum für Sepulkralkultur in Kassel stattgefunden. 2017 gab es mit der Transmortality International eine internationale Konferenz in Luxembourg, organisiert durch das Research Project: Material Culture and Spaces of Remembrance. Die Programme aus den einzelnen Jahren können hier unter dem Stichwort "transmortale" aufgefunden werden, Tagungsberichte und Programme finden sich auch auf der Homepage des Museums für Sepulkralkultur. Eine Auswahl von Beiträgen wurde veröffentlicht in: Moritz Buchner und Anna-Maria Götz (Hrsg.): transmortale. Sterben, Tod und Trauer in der neueren Forschung (Kasseler Studien zur Sepulkralkultur Band 22), Köln: Böhlau, 2016.

Programm Samstag, 10. März 2018
10.00 – 12.15     Block I
Begrüßung und Einführung
Nina Kreibig (Berlin): Vom Ende geordneter Verhältnisse? Zur Interpretation der historischen Berliner Leichenhäuser im Diskurs um Ordnung an der Schwelle zur Moderne

Moritz Buchner und Anna-Maria Götz: Kurze Vorstellung der Publikation: Moritz Buchner [Hrsg./Autor), Anna-Maria Götz (Hrsg./Autorin), transmortale. Sterben, Tod und Trauer in der neueren Forschung, Köln: Böhlau, 2016

Kaffeepause
Jonas Milde (Berlin): Alles nur „Teufels Jahrmarkt“? Ein Plädoyer für
die Abendmahlsfeier in der evangelischen Bestattungspraxis

Daniel Ribeiro (Paderborn): Auseinandersetzung mit dem Sterben im persönlichen Umfeld anhand von Indie-Games (am Beispiel von That Dragon, Cancer)

12.15 – 13.30     Mittagspause

13.30 – 15.00     Block II
Susanne Lohmann (Hamburg): Technik(en) der Palliative Care. Die Bedeutung assistiver Systeme für das Leitbild vom guten Sterben

Marlene Lippok (Augsburg): „Achtsame Totenfürsorge“ – ethnografische Betrachtungen sogenannter
alternativer BestatterInnen und der Hospizbewegung

Florian Greiner (Augsburg): Säkulares Sterben? Die Kirchen und das Lebensende nach 1945

15.00 – 15.30     Kaffeepause

15.30 – 17.30     Block III
Andrea Knittel (Freiburg):  Das tote Ich in der Kunst – Selbstdarstellungen von Künstlern als Tote

Isabelle Künzer (Gießen): „Ich habe einen keïschen Becher geleert …“ – Der altruistische Alterssuizid im antiken Griechenland

Abschlussdiskussion

Veranstalter:
Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur, Kassel: Dr. Dirk Pörschmann, Dipl.-Ing. Dagmar Kuhle

Universität Hamburg - Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie: Prof. Dr. Norbert Fischer

Kooperationspartner in Berlin: Dr. Moritz Buchner, Stephan Hadraschek M. A., Jan S. Möllers M. A.

Kooperationspartnerin in Bonn: Dr. Anna-Maria Götz

Anmeldeschluss: 5. März 2018
Teilnahme-Beitrag inkl. Mittagsimbiss: 45,– Euro / 20,– Euro erm. (Studenten)

Anmeldung über:  Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur Weinbergstraße 25–27, 34117 Kassel,  info@sepulkralmuseum.de www.sepulkralmuseum.de
Ines Niedermeyer  Tel.: 0561 91893-40
Rücktrittsbedingungen: Bei Verhinderung nach der Anmeldung bitten wir um Nachricht bis 7 Tage vor Tagungsbeginn. Andernfalls müssen wir Ihnen den vollen Kostenbeitrag in Rechnung stellen. Sie haben jederzeit die kostenfreie Möglichkeit, eine/n Ersatzteilnehmer/ Ersatzteilnehmerin  zu benennen.

Freitag, 5. Januar 2018

Die Ohlsdorfer Krematorien - Hamburger Bauheft 22

Bauheft 22, Cover
Die verdienstvolle Reihe der "hamburger bauhefte" des Schaff-Verlages, die sich schon im Band 17 mit dem Ohlsdorfer Friedhof befasst hat, ist inzwischen auf 22 Bände angewachsen. Der 22. Band, der Ende 2017 veröffentlicht wurde, ist den beiden Krematoriumsbauten in Ohlsdorf gewidmet. Wobei angemerkt werden muss, dass das Alte Krematorium an der Alsterdorfer Straße im letzten Jahr sein 125jähriges Jubiläum feiern konnte.

Wie schon Band 17 ist auch dieser neue und mit 56 Seiten deutlich umfangreichere Band, den wieder der Kunsthistoriker und Inhaber des Schaff-Verlages Dr. Jörg Schilling verantwortet, sorgfältig recherchiert und mit Anmerkungen und Literaturhinweisen versehen. Der einführende Text zur Feuerbestattungs-Bewegung und speziell zu der damals neuen Bauaufgabe eines Gebäudes, das einen Raum für Abschiedsfeiern und die technischen Einbauten für die Leichenverbrennung unter einem Dach vereinigen sollte, bietet ebenso
sowie der erste Hauptteil zum Alten Krematorium eine sorgfältige Zusammenfassung bisheriger Forschungsergebnisse.

Vielleicht gehört es nicht ganz hierher, aber ich möchte doch in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass wir im Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof  1992 zum 100jährigen Jubiläum eine Ausstellung zur Geschichte des Alten Krematoriums erarbeitet hatten. Sie fand in dem damals noch desolaten Gebäude statt, dessen heruntergekommenen Zustand zwei im bauheft abgedruckte Bilder des Denkmalschutzamtes drastisch vor Augen führen. Dazu gaben wir sozusagen als Ausstellungskatalog den Band 4 unserer Schriftenreihe mit dem Titel "Tod und Technik - 100 Jahre Feuerbestattung in Hamburg" heraus, der inzwischen lange vergriffen ist.

Im Band 22 der hamburger bauhefte wird die Geschichte des Gebäude durch Informationen zur Rezeption und zur Restaurierung und neuen Nutzung des Gebäudes ergänzt. (Den Text zur Geschichte nach 1992 durften wir dankenswerter Weise in dem Heft Nr. IV/2017 unserer Ohlsdorf-Zeitschrift vorabdrucken, das dem Jubiläum des Alten Krematoriums gewidmet ist.)

S, 32-33 mit dem Modell des unverwirklichten
und dem Grundriss des verwirklichten Projekts
Ausführlich wird dann die Geschichte des Neuen Krematoriums, das der Hamburger Baudirektor Fritz Schuhmacher entworfen hat, dargestellt. Für diese Bauaufgabe plante Schumacher anfangs eine zentrale Lage in der Stadt. Doch wurde das zweite Hamburger Krematorium schließlich - in deutlich kleinerem Umfang - auf dem Ohlsdorfer Friedhof errichtet. Schilling schildert als erstes die Standortsuche und erläutert dabei zwei frühe Entwürfe, die auch als Modelle im Bild vorgestellt werden. Danach stellt er das umfangreiche und unverwirklichte Projekt Schumachers für den Ohlsdorfer Friedhof vor und beschreibt anschließend die Umstände und die Ausgestaltung des schließlich errichteten Bauwerks.